Bild: Pfeile auf Beton

Innovative Bürger*innenbeteiligung in Taiwan | Was wir in Europa/Rostock davon lernen können.

  • mit Grußwort vom Botschafter Prof. Dr. Jhy-Wey Shieh
  • Frau Pey-Fen Fuh, Anwältin u. Vorsitzende Taiwan Verein
  • Aktivistin Shiuan-Ru Wang

Gerade einmal 25 Jahre nach seinen ersten freien Präsidentschaftswahlen hat sich Taiwan zu einem internationalen Vorreiter im Bereich effektiver demokratischer Bürgerinnenbeteiligung gemausert. Viele politische Neuerungen konnten durch innovativer Beteiligungsformate wie Join, vTaiwan oder einem landesweiten Hackathon entstehen und vorangebracht werden. Gerade wegen effektiver Bürgerinnenbeteiligung gilt Taiwan als eines der Länder weltweit welche die Corona Pandemie am besten gemeistert haben. Wie kommt es, dass Taiwan in so kurzer Zeit eine demokratische Vorreiterrolle einnehmen konnte? Wie funktioniert Bürgeinnenrbeteiligung in Taiwan und was macht es so besonders? Wie könnten uns die Erfahrungen Taiwans helfen Bürgerinnenbeteiligung in Europa zu verbessern?

ANMELDUNG: Sie erhalten vor der Veranstaltung einen Link zur Teilnahme. Wir bitten um Anmeldung unter: anmeldung@oekohaus-rostock.de

Aushang zur Veranstaltung (PDF) >>

Der Abend wird mit einem einführenden Grußwort des taiwanesischen Botschafters in Deutschland, Prof. Shieh, beginnen. Im Anschluss daran wird die Juristin und Vorsitzende des Taiwan-Vereins, Pey-Fen Fuh, einen Vortrag zum Thema „Zivilgesellschaft und Soziale Bewegungen in Taiwan“ halten. Im dritten Teil des Abends kommt die junge taiwanesische Aktivistin Shiuan-Ru Wang zu Wort, die über ein von ihr über die Beteiligungsplattform JOIN organisierte Initiative gegen Plastikmüll und die weitreichenden Folgen berichten wird. Nähere Informationen zu den Referent*innen finden Sie weiter unten, im Anschluss an diesen Text.

Im Anschluss an die Vorträge besteht die Möglichkeit zu Nachfragen und zum Austausch.

HINWEIS 1: Prof. Shieh und Frau Fuh werden ihre Beiträge in deutscher Sprache halten. Frau Shiuan-Ru Wangwird Ihren Beitrag live aus Taiwan in englischer Sprache halten. Wir erhalten eine Kurzzusammenfassung im Anschluss daran in deutscher Sprache durch unseren Ex-Umweltsenator Michael Kreuzberg. HINWEIS 2: Wer sich von der Taiwanesischen Digitalministerin Audrey Tang in kompakter Form die Grundlagen der „Digital Democracy“ in Taiwan erläutern lassen möchte und sich einen Eindruck über einige wesentlichen Stichworte wie „Rough Consensus“ und „Radikal Transperancy“ verschaffen möchte, sollte sich das Video unter dem folgenden YouTube-Link ansehen (englische Untertitel zuschaltbar):
Audrey Tang:  Video ca.12 min.:        https://youtu.be/bBcFnCenC4I

ÜBER DIE REFERENT*INNEN

Prof. Jhy-Wey Shieh, war von 2003 bis 2005 als Kolumnist der Liberty Times tätig und anschließend von 2007 bis 2008 Minister und Leiter des Regierungsinformationsamts und Regierungssprecher Taiwans. Aktuell ist er der diplomatische Vertreter Taiwans in der Bundesrepublik Deutschland.

Pey-Fen Fuh wurde in Taiwan geboren. Sie lebt seit dem Beginn der 1990er Jahre in Deutschland und ist derzeit als Rechtsanwältin in Frankfurt am Main tätig. Sie ist die ehrenamtliche Vorsitzende der World Federation of Taiwanese Associations (Taiwan Verein). Dieser Verein wurde in den 1970er Jahren in mehreren Ländern in Asien, Europa und Amerika gegründet und hat die Förderung der Demokratie und der taiwanesischen Kultur zu ihrem Kernanliegen erklärt. Viele der Vereinsmitglieder engagieren sich hierfür seit vielen Jahren und haben dadurch in der politischen Geschichte Taiwans sehr wichtige Rollen gespielt.

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Shiuan-Ru Wang ist eine taiwanesische Klimaaktivistin, die über die Beteiligungsplattform JOIN die Plastikinitiative „We should reduce disposable tableware“ organisiert hat. Zur Person: Shiuan-Ru Wang, 20 Jahre alt, Studentin der Innenarchitektur an der Chung Yuan Christian University (CYCU). 

Im Jahr 2017 als Shiuan-Ru Wang in der Senior High School war, hatte sie im Rahmen einer Hausaufgabe in Gemeinschaftskunde auf der Regierungswebseite „JOIN“-Plattform eine Bürgerinitiative zur Reduzierung von Einweggeschirr und Einwegbesteck eingebracht.

Diese „gewöhnliche“ Hausaufgabe entwickelte sich zu einem unerwarteten Erlebnis. Die 16-jährige Schülerin wurde zu einem vom Ministerium extra für Ihre Initiative organisierten Workshop eingeladen mit Regierungsmitarbeitern, Bistro-Inhabern, Herstellern von Einweggeschirr sowie weitere Bürgern, die ebenso Interesse an dem Thema hatten. Im Rahmen des Workshops wurden die verschiedenen Ansichten und Interessen aller Beteiligten diskutiert und ein Lösungsvorschlag gemeinsam erarbeitet. Zwei Jahre später beschloss die Regierung Taiwans einen Aktionsplan, schrittweise die Plastikprodukte, wie Tüten und Strohhalme, zu reduzieren. Bis 2030 sollen Einweggeschirr und Plastiktüten komplett abgeschafft werden.  Heute ist Shiuan-Ru Wang auf Einladung der Regierung Mitglied des Taiwan Open Government National Action PlanKomitees.

Titelfoto: © Marianne Bos | unspalsh | CC BY SA 2.0

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